Es ist also auch der Körper selbst, der Leib, “mein” Körper, der fremd ist. (…) Das Fremd-Sein ist der Körperlichkeit inhärent. Vor allem anderen dehnt sich der Körper aus, und diese Ausdehnung entwindet ihn dem unwirklichen Zustand eines Punktes. Der Körper kann nicht dimensionslos gesagt werden. Aber seine Dimension, als seine Dimensionen bilden ebenso viele Distanznahmen: Die anderen Körper müssen auf Abstand gehen. Dieser Abstand eröffnet die Grundlagen ihrer Beziehungen - ihrer Kontakte, ihrer Konfrontationen, ihrer Blicke, ihres Zuhörens, ihrer Geschmäcker und Reize. (…)

Es ist dennoch nicht so, dass die “Kunst” die Fremdheit dieses Körpers einhegte und folglich verringerte. Ganz im Gegenteil: Sie exponiert sie und höhlt sie aus oder akzentuiert sie, sie übertreibt sie bei Bedarf, sie verschlimmert sie, sie jagt ihr nur nach, um sie besser entwischen zu lassen. Insgesamt gesagt: Sie öffnet ihr den Raum für eine grenzenlose Ausbreitung.

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    Miriam Fischer (Hg.):...Tanz, Zürich-Berlin
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